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Bestimmungskrieg (Serial)

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Dieses Serial/diese Kurzgeschichte gehört zur offiziellen BIONICLE-Story. Die Geschichte wurde entweder von Toa of Kenn, Nuhrii the Metruan oder Vezok's Friend auf BZPower, von Nuhrii the Metruan im inoffiziellen deutschen BIONICLE-Magazin oder von Toa-Nuva exklusiv für das Wiki-Nui übersetzt.
Vielleicht suchst du nach Bestimmungskrieg (Krieg). Hier ist das Serial.
Schicksalskrieg.png

Destiny War ist ein Hörspiel, das auf Bioniclestory.com herunergeladen werden kann. Es erzählt die Geschichte des Krieges zwischen dem Orden von Mata Nui und der Bruderschaft von Makuta.

Wie auch die anderen Internetstorys wurde Destiny War von Toa of Kenn für seinen Blog auf der Bionicle-Fanseite BZPower übersetzt und wird mit Erlaubnis auch hier verwendet. Das Cover wurde mit Hilfe von Triggy aus dem BS01 erstellt.

Kapitel 1

Axonn stürmte über die Landstriche Voya Nuis, seine Axt einsatzbereit. Er hatte soeben beobachtet wie zwei Wesen aus dem Nichts im Waldgürtel aufgetaucht waren. Einer der beiden sah Botar ähnlich; er war es aber offenbar nicht. Der andere ähnelte einem Toa, aber keinem, den Axonn kannte. Das erste was Axonn lernen musste, nachdem er dieser Region zugeteilt wurde, war zuerst zu überwältigen und dann Fragen zu stellen.

Der Botar-Doppelgänger erspähte Axonn zuerst und versuchte ihn abzuwehren. Aber ein Schlag mit Axonns gepanzerter Faust schickte ihn zu Boden. Einen Wimpernschlag später hatte Axonn den Toa überwältigt, die Axtklinge an die Kehle des Eindringlings drückend.

„Wer bist du?" schnaubte Axonn. „Was willst du hier? Rede!"

„Mein Name ist Krakua," antwortete der Toa vergeblich versuchend die Axtklinge von seiner Kehle wegzudrücken. „Ich wurde hierher geschickt um dich zu suchen. Du wirst gebraucht."

„Wer hat dich geschickt?"

„Toa Helryx. Benutz deine Maske. Du wirst sehen, dass ich die Wahrheit spreche."

Eben dies tat Axonn und beschwor die Kraft seiner Kanohi Rode, der Maske der Wahrheit. Zu seiner Überraschung verriet sie ihm, dass der Eindringling ehrlich war. Er stand auf und half Krakua auf die Beine. „Dann gehörst du zum Orden von Mata Nui," sagte Axonn. „Offenbar sind die Rekrutierungsstandards etwas gesunken."

Krakua zollte der Bemerkung keine Beachtung. Stattdessen sagte er „Komm mit uns. Deine Anwesenheit wird auf Daxia gebraucht."

Noch bevor Axonn protestieren konnte, war der Botar-Doppelgänger herangetreten und hatte seine Teleportationskraft heraufbeschworen. Die drei verschwanden von Voya Nui, nur um einen Augenblick später in der Festung des Ordens von Mata Nui auf Daxia aufzutauchen. Axonn war dort bereits früher schon einmal gewesen, also überraschte ihn das Szenario nicht. Der Anblick seines früheren Partners Brutaka hingegen tat dies umso mehr. Ganz zu schweigen von der Erscheinung eines riesigen Drachens, dessen schiere Größe beinahe die gesamte Halle ausfüllte.

„Die Dinge müssen schon sehr schlecht stehen, wenn sie ein altes Schlachtschiff wie dich herbestellen," sagte Brutaka mit einem hämischen Grinsen. „Oh, hast du dich übrigens schon Groß, Grün und Grauenvoll hier vorgestellt. Mach dir über die Klauen und die Zähne keine Gedanken, aber ich würde mich trotzdem etwas von ihm fernhalten."

„Brutaka!" sagte Axonn. „Was tust du ... wie bist du aus der Grube herausgekommen?"

„Sie haben mich wegen guter Führung früher rausgelassen," Sagte Brutaka grinsend. Aber ich bin hier das am wenigsten schockierende Gesicht. Das ist es also mein Freund. Der Orden wird sich nach all den Jahren enthüllen. Helryx selbst hat es mir geschildert."

„Was sagte sie?"

„Nur drei Silben," Brutakas Grinsen verschwand. „Schicksalskrieg."

***


Der Dunkle Jäger, der unter dem Namen „Uralt" bekannt war stand am Strand von Odina. Hinter ihm schritt der Wiederaufbau der durch Pohatu Nuva zerstörten Festung zügig voran. Seine Blicke streiften durch die Wellen; auf die Rückkehr von Lariska von ihrer Mission wartend. Er war sehr gespannt darauf zu hören, was sie gesehen und erfahren hatte.

Ein Kreischen ließ seinen Blick gen Himmel wandern. Es kam von einem fledermaus-beflügelten Rahi, der durch die Lüfte kreiste, ein Wesen, das nicht auf Odina einheimisch war. Er erkannte in der Kreatur eine Züchtung für sehr lange Flugstrecken. Mehr als einmal hatten die Dunklen Jäger diese Rahi benutzt um Botschaften von Odina zu Agenten und anderen Inseln zu bringen. Aber die fliegende Kreatur über seinem Kopf stammte von keinem anderen Dunklen Jäger. Als sich ein halbes Dutzend anderer der Spezies zusammenrotteten, begannen sie in einem Muster zu fliegen, dass keinem anderen auf der Insel außer Uralt bekannt war. Die Zeit war gekommen. Er musste den In-Schatten-Gehüllten aufsuchen und ihm die einzig mögliche Option für den Fortbestand der Dunklen Jäger aufzeigen. Und wenn sein alter Freund der In-Schatten-Gehüllte den Ernst der Lage nicht erkennen sollte, würde Uralt ihn umbringen müssen.

***


An einem anderen Ort schritt Vezon in seiner Zelle hin und her. Auf der anderen Seite des Korridors standen zwei Wassertanks. In einem schwammen die sechs Piraka – jetzt zu Wasserschlangen mutiert. Im anderen eine bizarr aussehende Kreatur, welche von anderen Karzahni genannt wurde. Er schien Vezon ziemlich verrückt zu sein. Und Vezon kannte sich mit Verrücktheit aus.

Als Brutakas Team zuerst die Insel Artidax mit Makuta Miserix verlassen hatte, waren sie auf eine kahle Insel mitten im Nirgendwo geflogen. Nach kurzer Zeit schon führte Brutaka die Gruppe weiter; diesmal auf eine Insel namens Daxia. Brutaka hatte erklärt, dass die Lage der Insel zuvor immer geheim gehalten wurde, aber dass Geheimhaltung nun nicht mehr zählen würde. Offenbar galt das gleiche für Dankbarkeit, da Vezon und Roodaka beide unmittelbar nach ihrer Ankunft in Zellen gesperrt worden waren.

Vezon war ernsthaft enttäuscht. Sicher, er hatte versucht die Maske des Lebens zu stehlen und ja, er hatte einmal versucht die Toa Inika zu töten – naja, zwei mal. Und okay, er hatte sich darum bemüht das Leben der Inika im Tausch gegen sein eigenes bei den Zyglak auszuhandeln, aber nicht, dass das jemals funktioniert hätte. Und er hatte sich freiweillig zur Verfügung gestellt , nun eigentlich war er gezwungen worden – bei genauerer Betrachtung war ihm mit körperlichem Schaden gedroht worden, falls er nicht helfen würde. Aber er half in der Rettung von Makuta Miserix – und was war seine Entlohnung dafür? Eine kalte Zelle, ein erbarmungsloser Wärter und nichts in der Nähe um die Piraka zu töten. War das Gerechtigkeit?

Seine Gedanken wurden von der Erscheinung des blutrot bepanzerten Trinuma gestört. Das Ordensmitglied schaute Vezon lange an, zuckte mit den Schultern und schüttelte schließlich mit dem Kopf. Dann sperrte er das Zellenschloss auf und öffnete die Tür. „Heute ist dein Glückstag, Missgeburt," sagte Trinuma. „Du kommst hier raus."

„Ich komme frei? Ich meine, natürlich komme ich frei! Ein Wesen von meiner Brillanz wegzusperren ist eine schiere Ressourcenverschwendung. Kein Zweifel, dass deine Befehlshaber mich zwecks Taktik und Strategie konsultieren wollen."

„Nein," sagte Trinuma. „Ich glaube sie sagten etwas von der Notwendigkeit jemand zu haben, der grausamst zu Tode kommen könne ohne vermisst zu werden. Also haben sie natürlich an dich gedacht."

Vezons verwinkeltes Hirn bearbeitete was Trinuma gesagt hatte und fasste es irgendwie als Kompliment auf. „Nun, natürlich," erwiderte er. „Zeig mir den Weg und lasst mich euch zeigen, wie man richtig stirbt."


Kapitel 2

Axonn kauerte hinter einer niedrigen Steinwand und sah wie Feuer- und Eisblitze über seinen Kopf flogen. Neben ihm starrte Brutaka besorgt auf das bisschen bröckelnde Schutzschild was ihnen blieb und schleuderte von Zeit zu Zeit einen Energiestoß aus seiner Klinge.„Am Haupteingang klopfen," murrte Axonn. „Tolle Strategie. Ich glaube die lange Zeit in Mahri Nui hat dir einen Wasserkopf beschert."

„Ach, komm," sagte Brutaka grinsend. Er übermannte einen Angreifer mit einem Energiestoß und ließ dann einen weiteren fallen. „ Du liebst das hier doch und du weißt es. Nach all den tausenden von Jahren, in denen du auf Voya Nui rumgesessen und gewartet hast, das was passierst, kannst du das Training gut gebrauchen."

Ein grün-bepanzerter Skakdi kletterte über den Schutzwall- eine Stachelkeule in der Hand haltend. Axonn ließ ihn dies schnell bereuen.

„Das hätte ein einfacher, netter Auftrag werden sollen. Nach Zakaz reisen, Kriegsherrn Nektann finden, eine Allianz zwischen dem Orden und den Skakdi arrangieren. Und nicht gleich am Strand von einer wilden Horde niedergemetzelt werden."

„Werden wir niedergemetzelt? Wir werden nicht niedergemetzelt," sagte Brutaka. „Schau nur."

Brutaka sprang über die Mauer und feuerte einen Energiestoß auf ein halb eingestürztes Gebäude. Senkrecht durch die noch einzig verbliebene Stütze verlaufend, ließ die Attacke die gesamte Struktur auf einen Skakdipöbel hereinbrechen. Als sich der Staub gelegt hatte, sah man sie alle unter den Trümmern gefangen.

„Also diese Jungs sind nun wirklich niedergemetzelt worden," sagte Brutaka.

„Wie in der guten alten Zeit," Axonn seufzte. „Jetzt weiß ich wieder, warum ich sie so gehasst habe."

„Wenn du meine letze Idee schon magst, wirst du die nächste lieben," entgegnete ihm Brutaka. Bevor Axonn auch nur reagieren konnte, hatte Brutaka ihn schon am Nacken gepackt. Er zerrte Axonn zu seinen Füßen und stand gleich neben ihm, wobei er einen Arm in die Luft reckte. „Wir ergeben uns!" schrie Brutaka der Armee von Skakdi entgegen. „Holt uns, wir gehören euch."

***

An einem anderen Ort: Ein Händler auf der Insel Stelt würde ihm Verlaufe seines Lebens so ziemlich alles einmal zu Gesicht bekommen. Der Ort war wie eine Kreuzung für die Wege der Ausgestoßenen, der Verzweifelten und derer, die schnelles Geld machen wollten oder dein Geschäft, was besser vor einem Toa verborgen bleiben sollte. Dieser spezifische Händler jedoch, hatte in letzter Zeit mehr gesehen als es ihm lieb gewesen ist. Eine kleine Gruppe von Kriegern, darunter die verhasste Roodaka, hatte eines seiner besten Schiffe gestohlen. Noch schlimmer war die Art und Weise wie es zu diesem Diebstahl kommen konnte. Die Aufregung darüber hatte sich wenigstens mittlerweile gelegt; er hatte es geschafft ein Ersatzschiff zu finden und zumindest diejenigen Teile der Crew, die überlebt hatten, wieder zu rekrutieren. Er führte wieder sein Tagesgeschäft, zumindest bis ein sieben Meter großer Drache das Dach seines Ladens aufriss.

„Wo ist Teridax?" knurrte der Drache.

„Teridax? Wer oder was ist das? Und woher sollte ich das überhaupt wissen?" sagte der Händler, während er panisch nach einer Waffe suchte und nichts besseres als eine angeknackste Kanoka Disk fand.

„Ich kenne Stelt," sagte der Drache. „Es summt kein Nui Rama über die Tren Krom Halbinsel, ohne dass ihr Abschaum davon erfahrt. Also frage ich erneut: wo ist er? Wo ist der Makuta von Metru Nui?

„Ich weiß es nicht. Ehrlich!" schrie der Händler.

Der Drache hob sein Opfer in seiner großen Klaue vom Boden hoch. „Ich habe für solche Spielchen keine Zeit. Ich habe Orte zu besuchen und Körper zu zerquetschen. Ich will, dass du eine Nachricht an all deine Freunde schickst und an jeden, der von oder zu dieser Insel reist. Sag ihm, dass Miserix zurück ist. Und wenn ich ihn finde, wird Teridax sterben!"

***

Wiederum an einem anderen Ort: Vezon saß in einem kleinen Boot mit einem schwarzen Segel. Trinuma saß am Ruder und hielt nach potenziellen Gefahren Ausschau. Falls er Vezon für eine hielt, verbarg er dies. Für seinen Teil war Vezon einfach nur froh aus seiner Zelle raus zu sein. Gefangenschaft war viel zu ... einengend, aber das wiederum war wohl der Sinn dahinter. Wenn man schon von Sinn sprach. Trinuma hatte ihm einen zierlichen Dolch überreicht. Vezon hatte dadurch „Vielen Dank" gesagt, dass er nicht versucht hatte ihn in den Rücken seines Begleiters zu rammen.

„Wohin fahren wir?" fragte Vezon. „Und warum fahren wir dorthin? Haben wir überhaupt ein Ziel oder segeln wir nur im Kreis herum? Wo ich von Kreisen spreche. Ich bin einmal eine Wendeltreppe hinabgegangen: ein großer Steintunnel, der tief tief hinab führte und bei einer Herde Zyglak endete. Wer auch immer das Ding gebaut hatte, kannte sich mit Raumgestaltung nicht wirklich aus."

„Kannst du mal still sein?" sagte Trinuma. „Das hier ist eine geheime Mission. Verstehst du das?"

„Klar," antwortete Vezon. „Geheime Mission heißt, dass ich es keinem erzählen werde, wenn du getötet wirst. Übrigens hast du noch keine meiner einhundertundzehn Fragen oder meiner Folgefragen beantwortet."

Trinuma seufzte resigniert. „Wir segeln zu einem Ort namens Destral. Sobald wir dort angekommen sind, beginnt deine Arbeit. Falls du Erfolg hast, darfst du einen weiteren Tagen leben um dummes Zeug zu labern. Falls du versagst, stirbst du grauenvoll. OK?"

„Destral ... Destral! Das ist das Makuta Hauptquartier! Spiriah war ein Makuta. Zumindest bis ihn Miserix getötet hatte. Ich bin auf Miserix geflogen, habe ich dir davon schon erzählt? Zumindest bis er dieser Überschläge flog und mich von seinem Rücken schleuderte. Meerwasser ist wirklich kalt, lass dir da von niemandem was anderes erzählen. Also was soll ich auf Destral erledigen? Diebstahl? Mord? Mit spitzen Gegenständen herumlaufen?"

„Du hast den wichtigsten Job überhaupt," sagte Trinuma. „Du wirst den Orden von Mata Nui und sogar das ganze Universum an die Makuta verraten. Und genau so wirst du das anstellen..."

Kapitel 3

Eines der sonderbaren Dinge, das an einer Skakdi Kriegsherrenfestung auffällt, ist das Fehlen jeglicher Kerker, Folterkammern oder Gefangenenlager. Die Geschichte hat gezeigt, dass es sehr wenig Sinn macht einen Skakdi zu foltern, da sie ohnehin nie redeten, außer um im Gegenzug ihre Freiheit wiederzuerlangen, was wiederum die Wärter kaum erlauben. Und Gefangene zu halten bedeutet, sie um nichtige Dinge wie Essen, Wasser und eine ausreichend große Keule jammern zu hören, um die Steinratten, die sie des Nachts heimsuchen zu erschlagen.

Als Axonn und Brutaka in die Festung von Kriegsherr Nektann geführt wurden, wusste niemand so recht, was man mit ihnen anstellen sollte. Die beiden sofort umzubringen war ihr erster Gedanke, aber dann würde man nie herausfinden können, warum die beiden überhaupt nach Zakaz gekommen waren. Anders als der berühmte Nekrofink aus den Zakaz-Gebirgen, sangen die meisten Wesen nach ihrem Ableben nicht mehr weiter. Es war Axonn, der darauf bestanden hatte, direkt zu Nektann geführt zu werden. Nektann war größer als der Durchschnitts-Skakdi; zumindest schien es so, wie er auf seinem Thron, der aus den zusammengeschweißten Waffen seiner Feinde bestand, saß. Er war in Gesellschaft seines Haustiers, das wie es schien, ein Muaka Tiger in einem Stachelpanzer war. Nektann – ganz der großzügige Gastgeber, der er eben war – fragte, ob die beiden noch etwas zu sagen hätten, bevor sie schmerzhaft auseinandergenommen werden würden.

„Ja," war Axonns Antwort „Die Bruderschaft der Makuta."

Nektann spuckte auf den Boden. Der Muaka brüllte. „Was ist mit Ihnen?" fragte der Kriegsherr.

„Wir bieten dir an, ihre Festungen zu brandschatzen, ihre Waffen zu erbeuten und ihre Krieger hinzurichten," sagte Axonn.

„Wir würden ja noch „Bring ihre Weiber zum weinen", aber hast du schon mal einen weiblichen Makuta gesehen?" fügte Brutaka hinzu. „Es, es ist wirklich nicht schön anzusehen."

„Warum sollte ich auf euch hören, wenn es doch soviel mehr Spaß machen würde, euch in die Tahtorak Gehege zu werfen?"

„Weil wir schon die übrigen Kriegsherren von Zakaz gesprochen haben," log Axonn.

„Was, dachtest du wir würden zuerst in dein mickriges Rattennest kommen? Die anderen haben alle zugestimmt sich mit uns zu verbünden. Falls du dich weigern solltest, kannst du gemütlich auf deinem Thron sitzen bleiben und zusehen wie sie reich und mächtig werden."

Nektann runzelte seine Stirn; der einzige Gesichtsausdruck eines Skakdi, der noch hässlicher ist, als sein Lächeln. Kein sich selbst respektierender Kriegsherr würde die Chance ausschlagen, sich in einer glorreichen Schlacht zu beweisen und die noch glorreichere Plünderei mitzuerleben. Schließlich nickte er.

„Warum hast du ihm erzählt, dass wir mit den anderen Kriegsherren gesprochen hätten?" flüsterte Brutaka. „Wir müssen jetzt immer noch in all ihre Lager gehen und sie von der Allianz überzeugen."

„Das wird ein Haufen Arbeit," pflichtete ihm Axonn bei „Also denke ich, solltest du besser schon einmal loslegen."


***

Toa Mahri Jaller stand im Zentrum von Metru Nui und betrachtete nachdenklich die Statue zu Ehren des verstorbenen Matoro. Sie war von Turaga Onewa selbst zu Ehren des gefallenen Helden errichtet worden. Es war gut zu wissen, dass seines Teamkameraden gedacht werden würde, jetzt und für immer, aber es half wenig, um den Kummer über den Tod seines Freundes zu beseitigen. Er musste sich eingestehen, dass ihn Gedanken an Matoro immer ablenkten. Als die übrigen Toa Mahri beschlossen hatten auf die Suche nach Toa Takanuva zu gehen, hatte er entschieden zurückzubleiben. Als sie zurückkehrten und vermeldeten, dass sie keine Spur vom Toa des Lichts gefunden hätten, schenkte er dem Ganzen kaum Beachtung. Es bedrückte ihn immer noch, dass die Toa Mahri nicht dazu in der Lage gewesen waren ihre Bestimmung zu erfüllen, ohne einen der Ihren dafür verlieren zu müssen. Hinter ihm hörte er wie die übrigen Toa sich berieten. Derzeit war es ruhig in Metru Nui: der Kardas Drache war gebändigt und so gut wie alle Rahi waren zurück in den Archiven. Dennoch: Helden können sich niemals ausruhen. Wer konnte schon ahnen, von woher die nächste Attacke kommen würde?

Es gab einen plötzlichen Lichtblitz. Als Jaller wieder sehen konnte, standen sechs Toa vor ihm. Er erkannte keinen einzigen von ihnen und griff instinktiv zu seiner Waffe.

„Willkommen in Metru Nui," rief Jaller. „Wer seid ihr und was führt euch hierher?"

Einer der Neuankömmlinge – ebenfalls ein Toa des Feuers – trat hervor und sprach: „Mein Name ist Norik von den Toa Hagah. Ich bitte dich und deine Teamkameraden beiseite zu treten. Wir möchten nicht sehen wie jemand verletzt wird, während wir hier unsere Aufgabe erfüllen."

„Die Toa Mahri treten für niemanden beiseite," sagte Hewkii, während er hervortrat. „Verratet uns euren Auftrag hier oder seht euch als Feinde dieser Stadt."

„Unser Auftrag," sagte Norik. „Ist so einfach wie grauenvoll. Wir sind gekommen das Kolloseum zu zerstören."


***

Vezon prallte hart auf den Steinboden der Makutafestung von Destral. Er war von Rahkshi gefangen genommen worden, keine zwei Minuten nachdem Trinuma ihn an der Küste der Insel abgesetzt hatte. Vezon hatte noch nie zuvor einen Rahkshi getroffen, aber er fand, dass er sie nicht mochte. Die meisten Wesen besaßen einen Geruch; manche einen wohltuenden, manche einen nicht erträglichen. Rahkshi rochen nach kaltem Metall und Tod. Der Makuta, der zu seiner Begrüßung heraneilte, trug eine glutrote und violette Rüstung. Obwohl Vezon so höflich gewesen war, sich vorzustellen, scherte es den Makuta nicht, ihm seinen Namen mitzuteilen. Vezon war geneigt sich zu beschweren, doch der Speer an seiner Gurgel, der, der gerade vor Säure nur so tropfte, hatte ihn überzeugt das auf ein ander mal zu verschieben.

„Wer bist du?" fragte der Makuta. „Was bist du und wie bist du hier gelandet?"

„Mein Name ist Vezon, eure Dunkelheit, und ich bin hier von einem Agenten einer geheimen Organisation abgesetzt worden, die euch und eurer Bruderschaft schaden wollen. Sie wollten, dass ich zu euch komme und euch sage, dass sie existieren und eure Insel angreifen wollen, aber das werde ich nicht tun. Nein, nein nein!"

„Hast du aber gerade getan," sagte der Makuta. Drei Rahkshi näherten sich Vezon mit gezückten Speeren von hinten.

„Nun, natürlich habe ich es getan, aber nur um dir zu sagen, dass ich es nicht tun werde!" sagte Vezon außer sich. Wie konnte dieses Wesen versuchen das Universum zu erobern und dennoch so langsam sein? „Es ist alles ein Trick, verstehst du? Sie wollen, dass ich vorgebe sie zu verraten. Sie wollen, dass ihr eure Kräfte hierher verlagert um auf einen Angriff vorbereitet zu sein, der niemals kommen wird. Aber dann habe ich mich entschieden: Warum nur vorgeben sie zu verraten, wenn es wirklich zu tun doch so viel mehr Spaß macht?"

Der Makuta packte Vezon an der Kehle und schleuderte ihn gegen die nächste Wand.

„Sprich, du Narr! Und lass nur Wahrheit und Klarheit aus deinem Mund kommen, wenn du dir wünschst ihn weiterhin zu behalten."

„Wahrheit und Klarheit ... Wahrheit und Klarheit ... ich denke nicht, dass ich sowas kenne," antwortete Vezon. „Wärst du auch mit blasslippig und zitternd zufrieden? Dieser Orden von Mata Nui plant eine Armee und eine Seeflotte zusammenzustellen, Destral zu bedrohen, euch zu zwingen die Insel von hier weg zu teleportieren und dann ..."

Als Vezon nicht gleich weiter redete, verstärkte der Makuta seinen Griff.

„Gut, gut. Ich habe nur wegen der Spannung die Pause eingelegt. Sie haben einen Spion innerhalb eurer Festung. Sie haben eure Teleportationsfähigkeit sabotiert. Wenn ihr versucht, sie wieder zu benutzen ... Nun, dann würde ich nicht mehr anfangen lange Inschriften zu lesen, wenn du verstehst was ich meine. Und jetzt wo du es weißt, sag mir, was werden wir dagegen tun?"

Kapitel 4

Axonn und Brutaka standen an einem steilen Gefälle und überblickten das Schlachtfeld. Dort unten war die geballte Macht der Skakdi von Zakaz in einen Kampf mit einer kleinen Rahkshi Armee verwickelt. Der Schauplatz hierfür war ein namenloses Eiland in der südlichen Inselkette, welches als Sammelpunkt der Bruderschaft der Makuta für eine Invasion des südlichen Kontinents genutzt worden war. Die Rahkshi wurden geheim dorthin gebracht und es ihnen erlaubt ihre Kampfkünste and verstreuten Matoranern zu trainieren. Man braucht nicht zu erwähnen, dass sich keine Matoraner mehr auf dieser Insel befinden. Anfänglich mussten die Skakdi furchtbare Verluste hinnehmen, aber sie waren dafür zu etwas in der Lage, wovon die Rahkshi nur träumen konnten: Wut. Hungrig auf den Sieg und angefüllt mit Hass auf ihren Feind hatten sich die Barbaren neu formiert und die Fronten der Rahkshi durchbrochen. Es war zur gleichen Zeit überwältigend, ergreifend und widerlich.

„Komm schon," sagte Brutaka, während er sich nur schwer vom Spektakel lösen konnte. „Du weißt, warum wir hier sind." Gemeinsam stiegen sie die Anhöhe herab und gingen in eine kleine, tiefe Schlucht. In deren Mitte befand sich, unter Boden und Fels vergraben, eine rechteckige Falltür mit einem eisernen Ring. Nachdem Axonn den Fels mit seiner Axt gespalten hatte, nahm Brutaka den Eisenring und warf die Tür auf. Sogleich stieg ein Gestank aus dem Inneren herauf. Der Geruch der Geschichte und der Vernachlässigung, Fäulnis und Verwesung. Die beiden Ordensmitglieder stiegen hinab in das Erdloch.

Axonn schickte Energie durch seine Axt um die Höhle zu erhellen. Es war offensichtlich, dass hier niemand mehr gewesen war seit dem Anbeginn der aufgezeichneten Zeit. Dieser Ort war eigentlich nur Gestein; als einzig interessante Eigenart befand sich ein Becken in der Mitte des Raumes. Das Wasser war grünlich und schwarz und tobte wild , und das obwohl hier drin nicht die leichteste Brise wehte, die es in Unruhe hätte versetzen könnte.

„Also das ist es?" fragte Brutaka.

Axonn nickte. „Ja, das ist der Ort, an dem der Große Geist die Makuta erschaffen hat. Und der einzige Ort, an dem jemals neue Makuta geboren werden könnten. Aus diesem Becken entsprang ihre Essenz. Zu Lebewesen durch die Kräfte des Großen Geistes geformt bis die Zeit sie zu reiner Energie werden ließ."

„Also, wenn wir das Becken zerstören, dann...?" fragte Brutaka.

„Ja, dann kann es nie wieder neue Makuta geben. Aber haben wir wirklich das Recht eine Spezies auszurotten?"

Brutaka sah mit großen Augen in das Becken. „Ich würde ja gerne in deine philosophische Debatte einsteigen, alter Freund, aber ich denke wir haben ein Problem!"

Das Wasser des Beckens schoss urplötzlich nach oben und zu den Seiten. Faule und siedende Flüssigkeit traf Axonn und Brutaka und durchströmte die Öffnungen ihrer Masken und Rüstungen. Es zischte und wand sich wie ein lebendiges Wesen und verbrannte alles, was es berührte. Vorrübergehend erblindet und schmerzgequält torkelten die beiden Krieger, stolperten und fielen dann in das Becken selbst hinein.

Toa Helryx saß in der Befehlskammer in ihrer Festung auf Daxia. Der Krieg gegen die Bruderschaft der Makuta hatte begonnen und er hatte nicht gut begonnen. Obwohl der Orden nun Xia, durch die Dunklen Jäger, besetzte, war es ihnen nicht möglich gewesen die Makuta Streitkräfte von der Insel Nynrah zu vertreiben. An anderen Orten waren die Angriffe des Ordens auf unerwartet starken Widerstand durch Rahkshi und Exo-Toa gestoßen. Eine Anführerin zu sein bedeutete, schwierige Entscheidungen zu treffen, das hatte sie immer schon gewusst. Zu ihrer Zeit hatte sie Agenten auf Missionen geschickt, von denen sie wusste, dass sie vielleicht nicht zurückkehren würden. Sie hatten den Tod jedes Einzelnen angeordnet, der die Lage der Insel Artakha kannte und jetzt hatte sie wieder zwei grundlegende Entscheidungen zu fällen, die zum Sieg oder ins Verderben führen könnten. Die erste war einfach gewesen. Sie hatte einen Boten, das Herz der Visorak bei sich tragend, nach Metru Nui entsandt. Dieses Artefakt konnte benutzt werden, um die Visorak Horden aus dem ganzen Universum an einem Ort zusammen zu rufen. Das Herz wurde in die Hände der Toa Mahri gelegt, gemeinsam mit dem Auftrag es auf die vulkanische Insel Artidax zu bringen und es dort zu benutzen. Die zweite Entscheidung war da schon schwieriger. Brutaka hatte sie bei seiner Rückkehr über die Anwesenheit von Hydraxon in der Grube und die Vorkommnisse dort unterrichtet. Ein zweiter Bote war in Richtung Grube entsandt worden, um dem Wärter Anweisungen zu überbringen. Sie konnte nicht sicher sein, ob er ihnen wegen ihrer Natur überhaupt Folge leisten würde, oder ob sie dadurch am Ende nur die Bruderschaft gegen ein viel schlimmeres Übel eintauschen sollte. Aber die Entscheidungen mussten getroffen werden. Manchmal hasste Helryx es, diejenige zu sein, die das Sagen hatte.

Hydraxon schritt durch die dunkle, höhlenartige Kammer, die die Grube genannt wurde. In seiner Hand hielt er die Tafel, die die Anordnungen von Helryx enthielt. Die Weisungen, die die Tafel in Stein gemeißelt enthielt, schienen nicht zu glauben. Die Tür zur Grube öffnete sich. Es war Toa Lesovikk, der erneut einen flüchtigen Gefangenen gefasst hatte. Obwohl die beiden bei ihrem Treffen hart aneinander geraten waren, wurden sie seitdem Verbündete in dem Vorhaben die früheren Insassen dieses riesigen Gefängnisses wieder einzufangen. Hydraxon zögerte Lesovikk die Anweisungen zu zeigen. Immerhin sollte die Existenz des Ordens von Mata Nui ein Geheimnis sein, aber falls die Situation wie sie auf der Tafel beschrieben wurde tatsächlich wahr sein sollte, dann war es die längste Zeit ein Geheimnis gewesen.

Lesovikk stieß beim Lesen der Tafel einen tiefen Seufzer aus. „Also, was gedenkst du zu tun?" fragte er.

„Was ich schon immer getan habe," antwortete Hydraxon. „Befehle befolgen."

Er stieg die eiserne Leiter hinab, die zu den tiefsten Zellenverbänden führte. Hier wurden Pridak, Kalmah, Mantax und Ehlek gefangen gehalten. Die vier Barraki sahen ihren Wärter mit unverborgener Missachtung an.

„Bist du hierher gekommen um uns aufzuziehen?" schnaubte Mantax.

Pridak grinste wobei er seine messerscharfen Zähne erblicken ließ. „Wir haben dich schon einmal umgebracht, wie du weißt. Wir können es auch wieder tun."

Hydraxon ignorierte die offensichtliche Verrücktheit. Immerhin war er am Leben und bei Gesundheit, also war er offensichtlich nie tot gewesen. „Ich habe ... ein ... Angebot ... für euch," sagte er und zwang jedes Wort einzeln aus seinem Mund. „Draußen tobt ein Krieg. Ein Krieg, der die Herrschaft der Bruderschaft der Makuta beenden soll. Willigt ein gegen die Makuta zu kämpfen und ihr werdet eure Freiheit bekommen."

„Und wenn wir uns weigern?" sagte Kalmah. „Warum sollten wir unsere Leben in jemand anderes Krieg riskieren?"

„Wenn ihr euch weigert," sagte Hydraxon. „Werdet ihr herausfinden, dass es Orte gibt, an denen ihr noch viel tiefer vergraben werden könnt als diese Grube hier."

„Eine neue Chance," sagte Pridak. „Eine neue Chance um zu kämpfen, um Armeen zu führen und um zu erobern. Und wenn die Bruderschaft fällt wird das Bündnis der Sechs Reiche wieder auferstehen."

Kapitel 5

Der Beschattete, Herrscher über die Dunklen Jäger, Erzfeind der Makuta, Dieb, Mörder und Eroberer ... langweilte sich. Seitdem er und seinesgleichen vom Orden von Mata Nui entsandt worden sind, die Insel Xia zu besetzen, gab es ziemlich wenig zu erledigen. Die Insel war innerhalb weniger Stunden befriedet worden. Abgesehen von den gelegentlichen zwei bis drei Dunklen Jägern, die auf Befehl abgezogen wurden, hatte der Großteil der Streitkräfte noch auf seinen Einsatz zu warten. Der Beschattete mochte es nicht auf dieser Insel eingepfercht zu sein und ignoriert zu werden. Darum fand man ihm an diesem Tag durch die Fabriken von Xia herum streifen auf der Suche nach etwas Unterhaltsamen. Trotz seines Drucks, alle Fabriken wieder zum Laufen zu bringen, waren noch viele Gebäude vom Kampf zwischen dem Kanohi Drachen und einem Tahtorak schwer beschädigt. Als er nun durch eben solch ein Gebäude schritt, traf er auf einen Vortixx, der panikartig Trümmer beiseite schaffte.

„Was treibst du hier?" fragte der Beschattete.

Der Vortixx japste überrascht. Als er sah, wer ihn soeben angesprochen hatte, fiel er auf die Knie und verneigte sein Haupt. Es schien, als hätte der Vortixx eine lange Geschichte darüber wann und wem er sich zu unterwerfen hatte.

„Nichts, großer Meister," sagte der Vortixx, „nur Aufräumerei, damit die Fabriken alle wieder ihre Arbeit aufnehmen können, wie ihr befohlen habt."

Der Beschattete schwieg. Er wusste wie sich eine Lüge anhörte, er hatte in seinem Leben schließlich schon genug erzählt. Nach einigen Augenblicken sprach er:

„Dann werde ich dir helfen."

„Nein!" rief der Vortixx „Das ... das ist doch nicht nötig. Dies das Werk eines Arbeiters und nicht eines Herrschers wie ihr es seid."

Energie blitze auf dem Stab des Beschatteten hervor und ein Ring auf kristalliner Protodermis erschien vor dem Mund des Vortixx und brachte ihn zum schweigen.

„Ich sagte .... Ich werde dir helfen."

Über einen Haufen Geröll schreitend begann der Beschattete zu graben, ohne jemals den Blick vom Vortixx abzuwenden. Je tiefer er vordrang desto sichtbar aufgeregter wurde der Xianer.

„Was," so überlegte er , „mag wohl am Boden dieses Loches auf mich warten?"

Er sollte es bald herausfinden. In einem Meter Tiefe stieß er auf eine Protostahl Schatulle. In ihren Deckel gebrannt erspähte er das Symbol der Bruderschaft der Makuta. Die Schatulle war mit einem Schloss versehen, was aber dem erfahrenen – und jetzt sehr neugierigen – Dunklen Jäger keine Probleme bereitete. Er öffnete die Schatulle vorsichtig – es könnte sich immerhin um eine hinterlistige Falle handeln. Als er aber sah, was die Schatulle beherbergte, riss er die Augen weit auf.

„Beim Leuchten meines Herzlichts ..." sagte der Beschattete beim Anblick auf das, was ihn schon bald zum Herrscher dieser Welt machen könnte.



Vezon hatte, dass konnte man wirklich behaupten, eine einzigartige Sichtweise auf das Leben. Vielleicht lag es daran, dass er nur seit wenigen Wochen lebte. Vielleicht war es seine Zeit, als er die Maske des Lebens trug. Vielleicht war es aber auch einfach nur die Tatsache, dass er hoffnungslos verrückt ist. Aber die Perspektive, die er heute hatte, war ihm eine wirklich neue: kopfüber. Der Makuta, dem er in der Festung auf Destral begegnet war und der sich mit einem hämischen Lachen als Tridax vorgestellt hatte, glaubte ihm seine Geschichte über Doppelagenten und Doppel-Doppelagenten nicht. Er hatte hingegen beschlossen, dass ein paar Nachfragen angebracht seien, die Art Nachfragen, bei der der Gegenüber an seinen Knöcheln von der Decke herab hängt.

„Ich habe unsere Teleportationstechnologie überprüft," sagte Tridax. „Es gibt keinerlei Anzeichen für eine Sabotage. Du bist ein Lügner!"

„Nun, es hat auch noch nie jemand behaupten, Makuta seien wachsam," erwiderte Vezon. „Wie kannst du dir da so sicher sein? Vielleicht habe ich den Sabotageakt ja auch selbst, nur mit meinen unglaublichen Gedankenkräften, ausgeübt."

„Du hast keine Kräfte, „ sagte der Makuta während er eine absurd scharfgeformte Klinge aufhob. „Du hast keinen Verstand. Und bald wirst du auch keinen Kopf mehr haben."

„Du hast recht! Du hast recht!" plapperte Vezon, „Es gibt keine Armee, es gibt keine Verzögerung, ich wollte einfach das Vergnügen deiner Gesellschaft genießen. Nun „Vergnügen" ist vielleicht zu viel gesagt. Hab ich dir schon erzählt, dass ich einst die Maske des Lebens getragen habe? Ein verirrter Gedanke von dir und du wärst damals nicht mehr als Asche gewesen. Ich vermisse diese Zeiten wirklich. Naja, sei stolz darauf, dass du recht hattest. Es gibt keinerlei Bedrohung für Destral."

Die Gemäuer der Festung wurden urplötzlich von einem gewaltigen Einschlag erschüttert.

„Außer diese eine," fügte Vezon hilfreich hinzu.

Gestein und Staub fiel von der Decke herab. Ganze Waffenarsenale rasselten zu Boden und sogar Vezons Fesseln lockerten sich. Ein zweiter Einschlag riss ein gewaltiges Loch in die Wand und ließ verstümmelte Rahkshi in die Kammer stürzen. Dieses Mal lösten sich die Verankerungen komplett und Vezon fiel auf den Steinboden. Makuta Tridax schenkte ihm keinerlei Beachtung. Seine Anweisungen waren klar: Destral an seiner jetzigen Position halten, bis die Insel attackiert wird. Für den Fall einer ernsthaften Bedrohung durch Toa oder Dunkle Jäger wird die Insel vor die Küste von Metru Nui teleportiert und die Stadt eingenommen. Tridax stampfte los um diese Anweisungen zu befolgen – und Vezon folgte ihm unbemerkt.

„So ist es richtig," dachte der geisteskranke Ex-Gefangene, „führ mich zu euren Geheimnissen. Ah dieser Plan ist so gerissen, dass er auch von mir sein könnte. Und vielleicht wird er das auch sein, bevor ich hier fertig bin."



Weit westwärts sah Pridak die Festung brennen und lächelte bei diesem Anblick. Das Glück war ihm seit seiner Entlassung aus der Grube gnädig gewesen. Seine Fänger hatten ihn mit Schiffen und allen Ressourcen um eine Armee zu rekrutieren ausgestattet. In den schlimmsten Schmutzecken des Universums hatte er ex-Dunkle Jäger, verstoßene Vortixx und sogar den ein oder anderen Skakdi auf seine Kreuzfahrt aufgelesen. Noch bevor Kalmah überhaupt einen Schlachtplan ausgearbeitet hatte, war Pridak ohne ihn auf einen Eroberungszug aufgebrochen.

Es fühlte sich gut an, gut wieder zu plündern, niederzubrennen und zu zerstören; gut die Wärme der Lichtsteine wieder auf seinem Körper zu spüren, obwohl ihm seine wassergefüllte Kopfbedeckung davon abhielt, den wunderbaren Gestank der Schlachten wahrzunehmen. Er war wieder zurück, und er war zurück um zu bleiben. Seine Männer hatten die Festung des Makuta, der diese Gegend übersah eingenommen, aber kein Mitglied der Bruderschaft auffinden können.

Jetzt, da er seine Eroberung musterte, erhaschten ein paar Dinge seine Aufmerksamkeit: das Gebäude war nicht das ursprüngliche, sondern an gleicher Stelle wie das original Bollwerk wieder aufgebaut worden. Die Tiefgeschosse waren immer noch nicht vollendet und während er diese durchsuchte, stieß er auf einen seltsamen Raum. Tief unterhalb der Oberfläche befand sich ein Raum mit Gerölltrümmern. Die Wände waren eingerissen worden, sodass nur zusammengedrückte Erde übrig blieb und die Überreste der Wände lagen überall auf dem Fußboden verstreut. Fasziniert hob er eines der Bruchstücke auf um zu erkennen, dass es eine Inschrift enthielt. Die Symbole ergaben für ihn keinen Sinn und als er das Stück gerade wieder zurückwerfen wollte, bemerkte er, dass ein weiteres Stück diese Inschriften besaß. Tatsächlich taten dies alle Trümmerteile.

Es gab hier irgendeine Art Nachricht, zumindest früher einmal, so erkannte er. Irgendjemand hatte vertuscht sie zu verwischen, indem er die Wände niedergerissen hatte, aber die Nachricht war immer noch hier für jemanden, der die Disziplin hatte, sie zu entziffern. Und wenn jemand es für notwendig erachtet hatte, was auch immer dort stand, zu vernichten – interessant muss es alle Mal gewesen sein. Mit der unendlichen Geduld eines geborenen Jägers begann Pridak die Steine zusammenzusetzen.

Kapitel 6

Axonn ertrank. Die grünlich-schwarze Flüssigkeit füllte seinen Mund und seine Lungen, bevor er etwas unternehmen konnte. Seine kräftigen Arme schleuderten umher, in der Hoffnung etwas zum festhalten zu erhaschen, aber versagten dabei. Als er so immer tiefer in Richtung Boden sank, wusste er, dass er in dieser Geburtsstätte der Makuta sterben würde. Im nächsten Augenblick stieg er jedoch explosionsartig in der undurchsichtigen Flüssigkeit empor. Eine starke Hand hatte ihn ergriffen und riss ihn von seinem Schicksal hinfort. Als nächstes fühlte er den harten Stein des Fußbodens unter ihm. Er hustete und rang nach Luft. Als die bunten Lichter schließlich aufhörten, sich vor seinen Augen zu drehen, sah er zu seinem Retter auf. Brutaka schwebte in gut einem Meter Höhe in der Luft. Grünes Feuer flackerte in seinen Augen und auf seinen Fingerspitzen. Seine Rüstung war an vielen Stellen aufgeplatzt als das Gewebe darunter begonnen hatte sich auszweiten. Eine Aura aus purer Macht umgab ihn und Axonn musste sich seine Hand wegen des hellen Lichtes vor Augen halten.

„Axonn,“ sagte Brutaka, „wir sind froh zu sehen, dass du überlebt hast.“

„Wir? Was ist mit dir passiert Brutaka?“

„Ich ... wir sind die Essenz der Makuta Spezies. Wir sind das, dass sie wissen sollten, aber vergessen haben. Wir sehen den Fehler. Die Makel. Soviel ist zu reparieren, aber es kann nicht geschehen.“

Axonn stand kampfbereit und ergriff seine Axt. Er kannte die Auswirkungen, die die Makuta Antidermis auf Brutaka hatte. Sie aufzunehmen machte ihn irgendwie stärker, aber von all dem hier hatte er noch nie etwas gehört, geschweige denn gesehen. Es waren Brutakas Körper und Brutakas Stimme, aber die Worte, die Axonn gehörte hatte, stammten nicht von seinem alten Freund.

Spherus Magna, das große Zerbrechen,“ murmelte Brutaka offenbar mehr zu sich selbst als zu Axonn, „Die Drei, die eins sein müssen; die Zwei, die sie zusammenfügen müssen.“

Brutaka ergriff urplötzlich Axonns Hand mit einer eisernen Faust. Seine Berührung brannte, aber Axonn kämpfte erfolgreich gegen das Bedürfnis aufzuschreien an.

„Er muss sich erinnern, ihm muss es vor Augen geführt werden, oder die Reise über 100.000 Jahre war umsonst. Er versteckt sich in die Tiefe, er ist bereit sein Schicksal zu treffen. Wir müssen dorthin, wir müssen die Fehler wieder richten. So viele Fehler, bevor das große Auseinanderbrechen enden kann.“


***


Uralt erklomm einen kleinen Hügel, er schritt vorsichtig über das Geröll hinüber, was einmal eine xianische Fabrik gewesen war. Er war auf der Suche nach dem Beschatteten seit gut einer Stunde. Sie waren angehalten worden, die Verteidigung der Stadt zu diskutieren, aber der Anführer der Dunklen Jäger war wie vom Erdboden verschluckt. Er machte sich Sorgen. Toa Helryx hatte Uralt, ihren Spion in den Reihen der Dunklen Jäger, darum gebeten ihr regelmäßig Bericht über die Geschehnisse auf Xia und vom Beschatteten zu geben. Sie erwartete mit Sorge einen Angriff der Bruderschaft der Makuta auf die Insel und er war mit seiner letzten Berichterstattung ohnehin schon überfällig. Uralt hatte die Spitze des Hügels erreicht. Das erste was er sah, war der Beschattete zwischen Trümmerhaufen stehend. Er hielt ein kleines Kästchen in Händen, welches geöffnet war. Und er schaut mit einem hinterlistigen Grinsen auf den Inhalt hinab. Als Uralt näher trat, bemerkte er zwei weitere Dinge: einen toten Vortixx auf dem Boden, dessen Gesicht vollständig mit kristalliner Protodermis umgeben war und den Inhalt des Kästchens: drei Ampullen.

„Was hast du da gefunden?“ fragte uralt. „Und welcher Vortixx wäre töricht genug dich dafür herauszufordern?“

Der Beschattete sah überrascht empor. Sobald er erkannte hatte, dass es Uralt war, entspannten sich seine Gesichtszüge spürbar.

„Eine mehr als erstaunliche Sache,“ sagte er. „Hast du jemals von Makuta Kojol gehört?“

Uralt nickte. Er hatte die Geschichte vom Orden von Mata Nui erfahren: Kojol hatte Xia besucht um darüber zu verhandeln, einen Virus in eine Waffe integrieren zu lassen, die die Vortixx für die Makuta herstellten. Während seines Besuchs wurde er „versehentlich“ von einem anderen Virus getötet. Nur, dass es kein Unfall, sondern eine Ordensmission gewesen war, um ihn zu beseitigen.

„Er brachte eine ganze Reihe von Viren mit, als er hier nach Xia reiste,“ fuhr der Beschattete fort. „manche sind nie gefunden worden. Man sagte sie seien mitsamt seiner Rüstung in Flammen aufgegangen. Aber das waren sie nicht, und ich habe sie entdeckt.“

Uralt versuchte nicht so besorgt auszusehen, wie er sich fühlte. Waffen wie diese in den Händen der Dunklen Jäger waren ein sich entwickelndes Desaster.

„Exzellent,“ sagte er. „Wir könnten sie für gutes Geld verhehlen. „

„Sie verhehlen?“, sagte der Beschattete. Nein, nein. Ich will sie verwenden. Ich werde sie kennenlernen und herausfinden, was sie tun; und dann werden Helryx und die Makuta mir gehorchen! Aber ich werde Zeit brauchen ... und eine große Portion Privatsphäre um daran zu arbeiten. Niemand darf wissen, dass ich sie besitze. Das ist der Grund, warum der Vortixx sterben, und deshalb ...“

Zwei Strahlen purer Energie schossen aus den Augen des Beschatteten und trafen Uralt. Der erfahrene Dunkle Jäger verschwand, zerfallen durch die Macht des Angriffs.

„Entschuldige, alter Freund,“ sagte der Beschattete. „aber du kennst das alte Sprichwort: ein geteiltes Geheimnis, ist kein Geheimnis mehr.“




Vezon pirschte durch die Hallen der Festung von Destral, als er hinter Makuta Tridax herschlich und das beste gab, unbemerkt zu bleiben. Die Gemäuer des uralten Gebäudes wackelten unter dem schweren Einschlag: der Orden von Mata Nui hatte soeben einen Angriff auf die Makuta Festung gestartet. Seine Mission war einfach, zu Recht, denn sein verwirrtes Hirn musste es sich ja merken können: er muss Tridax folgen, die Technologie finden, die den Makuta erlaubt ihre Insel von Ort zu Orten springen zu lassen und diese dann außer Gefecht zu setzen. Er würde zwar dann wahrscheinlich von Makuta Tridax getötet werden, aber was soll‘s? Kein Plan ist perfekt.

Zuerst schien alles genau nach Plan zu verlaufen: Tridax war auf seinem Weg in die Tiefgeschosse, offenbar unwissend, dass er verfolgt wurde. Am Ende des Gewölbes befand sich eine riesige Kammer. Was darin wartete ließ sogar den zutiefst gestörten Vezon erschaudern. Die Wände türmten sich gut 15 Meter hoch auf. An ihnen aufgereiht befanden sich Staseröhren, gut einhundert Stück. Jede Röhre berherbergte die gleiche Gestalt. Einige unter ihnen hatten zwar rabenschwarze Rüstungen, die meisten aber weiß-goldene; aber es war offensichtlich, dass sie alle identisch waren. Sie befanden sich alle in einer Art von Winterschlaf. Tridax ging in die Mitte des Raumes, wo ein kleiner Tisch stand. Auf dem Tisch lag eine Kanohi Maske. Tridax ergriff die Maske, schwang sich urplötzlich herum und schleuderte einen Schattenimpuls auf Vezon.

Bevor er noch ausweichen konnte, hatte ihn die Dunkelheit an die Wand gedrückt.

„Dachtest du wirklich, ich würde deinen trampeligen Versuch mir zu folgen nicht hören?“ sagte Tridax, „Nun gut, Skakdi Abschaum.“ Du willst also das mächtigste Geheimnis von Destral kennenlernen? Du willst die Zufriedenheit haben, herauszufinden was dort auf dich wartet, wo du sterben wirst? Schau dich nur um.“

Vezon folgte ihm, aber ihm wurde dadurch nicht klar, was hier genau vor sich ging.

„Eine nette Sammlung hast du da,“ sagte Vezon. „Ich bevorzuge zwar Muscheln, manchmal auch Bionicle Legendsätter, aber ok. Oh, und die Köpfe meiner Feinde natürlich, aber die brauchen immer so viel Platz.“

Tridax lächelte und hob die Maske hoch.

„Weißt du was das ist? Eine Kanohi Olmak: die Maske der Dimensionstore. Eine von den beiden, die existieren. Vor nicht allzu langer Zeit begannen mein Bruder Makuta Mutran und ich Experimente um eine Kreatur mit dem Namen „Schattenegel“ zu erschaffen; ein Wesen, dass das Licht aus anderen aussaugen kann und sie in Schattenwesen verwandeln kann. Das war, was in mir eine Idee entzündete. Ich wusste, dass diese Maske nicht nur Orte innerhalb dieser Dimension erreichen, sonder sogar andere Realitäten anzapfen kann. So habe ich also begonnen in diese Realitäten zu reisen und die verschiedenen Toa Takanuva aus ihnen aufzulesen, sie hierher zu bringen und ihr Licht meinen Haustieren zuzuführen. Wenn ich fertig bin, habe ich eine Armee aus Schatten-Toa, alle aus dem gefährlichsten Gegner der Bruderschaft der Makuta gemacht.“

Die Wände wackelten erneut.

„In dem Fall rate ich dir, dich zu beeilen und hiermit fertig zu werden,“ schlug Vezon vor.

„Kein Grund zur Eile,“ sagte Tridax. „Ich muss nur die Schatten-Takanuva, die ich schon habe, loslassen, werden sie sich für mich der Angreifer entledigen. Und dann kann ich hierher zurückkehren und ernsthaft daran arbeiten. Und dann kann ich ...“

Tridax stoppte als er das Geräusch von zerspringendem Kristall hörte. Überrascht entglitten ihm seine Schattenkräfte. Vezon rutschte zu Boden, aber zuerst sah er noch den Makuta entsetzt auf seinen Arm starren. Irgendetwas löste seinen gepanzerten Handschuh vor seinen Augen auf und seine Antidermis entschwand in die Luft des Raumes. Zwei Gestalten traten aus den Schatten hervor. Der eine war ein Matoraner, der andere entstammte einer anderen Spezies; sehr groß und sehr furchteinflößend. Er schaute den Makuta an und lachte – ein barsches und böswilliges Geräusch.

„Der gefährlichste Gegner der Makuta?“ sagte Tobduk. „Mach dich bereit, denn du bist dabei ihn kennenzulernen.“

Kapitel 7

Toa Helryx, Anführerin des Ordens von Mata Nui, ging ihren Weg zwischen den Überresten eines Schlachtfelds. Sie befand sich am Strand der Insel Nynrah, Schauplatz einer Auseinandersetzung zwischen dem Orden und der Bruderschaft der Makuta. Nach einer langen und wilden Schlacht hatte der Orden schließlich gesiegt – die Streitkräfte der Bruderschaft waren entweder zurückgedrängt oder am Strand niedergestreckt worden. Jetzt schritt sie den Strand hinab und hob gelegentlich ein Stück Rahkshi-Panzer auf, inspizierte es einen Moment lang und warf es dann wieder zu Boden.

Ihr scheinbarer Tick hatte ein System. Durch den Gebrauch der Kraft ihrer Maske, konnte Helryx die Vergangenheit eines jeden Objekts, welches sie berührte, erforschen; Rahkshi werden mittels einer machtvollen Substanz –aufgeladener Protodermis – erschaffen. Der Orden wollte jegliche Quelle dieser Substanz, die die Makuta benutzen, finden um sie in Besitz zu nehmen oder zu zerstören. Ohne sie würden keine neuen Rahkshi mehr ins Leben gerufen werden können.

Bisher waren alle Quellen, die sie hier ausgemacht hatte, solche, die der Orden schon kannte. Dennoch war es die Mühen wert. Es würde viel einfacher sein die Bruderschaft zu vernichten, man sie von ihrer Machtquelle abzuschneiden, als sie dann in der Schlacht zu schlagen.

Helryx hob ein Stück glutroter Rahkshi-Panzerung auf und beschwor die Macht ihrer Maske. Diesmal aber sah sie einen Ort, den sie nicht erkannte: Makuta Chirox war dort und ein Becken mit einer silbernen Substanz, aber dies war nicht einfach ein Becken, nein, aus diesem stieg eine Gestalt hervor: ein Wesen, welches selbst aus aufgeladener Protodermis bestand. Sie konzentrierte sich mehr und mehr und konnte schließlich erkennen, wo dieser Ort lag: eine Insel gleich nördlich der, von der ihr neuester Verbündeter stammte.

Helryx ließ das Stück Panzerung fallen und wandte sich Keetongu zu. Der Rahi hatte widerwillig zugestimmt, seine Bemühungen, den Opfern der Visorak Horde zu helfen, so lange zu unterbrechen wie er im Krieg helfen konnte. Als Gegenleistung hatte ihm Helryx versprochen, dass die Visorak nie wieder eine Bedrohung für irgendjemanden darstellen würden.

„Wir müssen aufbrechen,“ sagte sie, „es gibt eine weitere Quelle.“

Es war nur eine kurze Reise. Ihr Ziel schien zunächst unbewohnt zu sein, aber diese Illusion hielt nicht lange stand. Helryx erblickte ... Dinger, die um Felsen herumschlichen. Sie waren weder Matoraner, noch Rahi, vielmehr als irgendetwas zwischen beiden. Das vorherrschende Gefühl war, dass hier etwas sehr falsch lief. Die Luft, der Boden, die Bewohner, alles schien – seltsam, auf eine Art und Weise, die Keetongu beunruhigte. Es gab keinerlei Gebäude auf der Insel – keine die noch stünden. Das hervorstechendste Merkmal war der Eingang zu einer großen Höhle. Helryx und Keetongu betraten sie vorsichtig. Der Gang verschmälerte sich spürbar, sobald sie ein wenig in die Tiefe vorgedrungen waren, so dass sie krabbeln mussten um weiter zu kommen. Helryx konnte nicht den Gedanken aus ihrem Kopf verbannen, wie leicht sie nun in der Falle sitzen könnten.

Als sich der Gang wieder weitete, erspähte Helryx weitere Kreaturen. Diese waren offensichtlich Rahi, aber keine, die sie je zuvor gesehen hätte. Sie waren kleine, blasse Zweibeiner mit großen gelben Augen und dürren Armen und Beinen. Sie wichen zurück und machten Platz als sie und ihr Begleiter vorbeischritten. Aber sobald sie vorbei waren, sammelten sich die Wesen erneut und folgten den beiden dicht auf.

Helryx und Keetongu betraten eine große Kammer. In deren Mitte befand sich nicht nur ein Becken, sondern vielmehr ein ganzer See von aufgeladener Protodermis; und aus seiner Mitte erhob sich ein lebendes Wesen. Ein Kopf, zwei Arme, ein Torso der in den See selbst überging. Konturen waren kaum auszumachen und seine Farbe war das Silber von aufgeladener Protodermis. Der Anblick entfesselte eine Erinnerung. Ein Agent auf Metru Nui hatte berichtet, dass Turaga Vakama einst von einer Gestalt aus aufgeladener Protodermis sprach, die sein Team und er bekämpft hatten, als sie noch Toa Metru waren. Könnte dies das gleiche Wesen sein?

„Ich habe euch erwartet,“ sagte die Gestalt., „Ich habe euresgleichen an meinen Quellen quer durch dieses Universum hindurch manipulieren gespürt. Zerstörerisch, aber letztlich vergebens. Lass eine Quelle meiner Macht versiegen, so wird sie an irgendeiner anderen Stelle wieder auftauchen.

„Dann werden wir sie dort eben auch zerstören, „ antwortete Helryx. „Was bist du?“

„Ich bin Schöpfung und Zerstörung,“ antwortete die Gestalt, „Ich bin die Macht zu verwandeln und zu zerstören; Ich bin jeder einzelne Tropfen aufgeladener Protodermis, der existiert und jeder Tropfen ist ich. Ich bin soviel mehr als ihr, Geschöpfe aus Rüstung und Gewebe, wie ich soviel mehr als Insekten seid.“

„Und was ist dein Zweck hier?“ fragte Helryx.

„Ich habe es nicht gewählt hier zu sein,“ sagte die Gestalt. „Ich lebte einst im Kern eines Planeten bis zu dem Tag, an dem sich ein Teil meiner Substanz bis auf die Oberfläche dieser Welt zwängte. Es dauerte nicht lange, bis die Bewohner dieser Welt meine Macht entdeckten; oder begannen um sie Kriege zu führen. Aber ein Teil von dem, was meine Form ausmacht wurde genommen und in dieses Universum versetzt; so konnte ich entkommen, bevor die Katastrophe über diese Welt hereinbrach.

„Und jetzt?“ fragte Helryx.

„Jetzt experimentiere ich mit Wesen und Dingen, die ich um mich herum finde,“ sagte die Gestalt, „ich habe sogar andere meine Macht nutzen lassen, wenn ich ihre Absichten nur allzu reizvoll fand.“

„Du hast dabei geholfen Wesen zu erschaffen, die Tausenden Leid und Tod gebracht haben,“ sagte Helryx, „Das muss aufhören!“

„Ist eine Waffe für die Taten derjenigen, die sie benutzen verantwortlich?“ fragte die Gestalt.

„Vielleicht nicht, „sagte Helryx, „Aber eine Waffe kann man zerstören, so dass sie nie wieder benutzt werden kann.“

Ein sanftes Geräusch, was ein Lachen gewesen sein konnte, entwich der Gestalt.

Ich habe euresgleichen zuvor getroffen. So selbstsicher mich einzusperren, mich zu kontrollieren, oder mich zu zerstören. Ihr seid nicht mehr als Steinaffen, die versuchen nach den Sternen zu greifen, in dem Glauben sie erlöschen zu lassen, wenn ihr sie nur in eure Hände bekommen könntet.“

Der See begann zu blubbern und zu sprudeln; eine riesige Welle aufgeladener Protodermis stieg hinter der Gestalt auf; so breit, dass sie die gesamte Kammer überspannte und plötzlich raste die Welle über die Seeoberfläche genau in Richtung Helryx und Keetongu zu.

„Verwandlung oder Zerstörung,“ sagte die Gestalt. „Welches wird euer Schicksal sein? Lasst es uns doch gemeinsam herausfinden.“

Kapitel 8

Es gab keinen Ausweg mehr. Es gab kein Versteck mehr. Eine Flutwelle aus aufgeladener Protodermis stürzte genau auf Toa Helryx und Keetongu zu. Sobald sie sie erfassen würde, würde sie mit ihnen eine von zwei Möglichkeiten anstellen: sie für immer in irgendetwas zu transformieren, oder sie beide zu zerstören. In letzter Verzweiflung beschwor Helryx ihre Elementarkraft herauf. Trotz vieler Tausende Jahre, in denen sie die Kontrolle über das Wasser perfektionieren konnte, half alles nichts. Aufgeladene Protodermis war, wenn auch flüssig, kein Wasser und daher gegen ihre Kräfte immun. Das Verderben näherte sich in Form einer riesigen silbernen Welle.

Keetongu fauchte. Helryx warf ihm einen Blick zu und sah, dass er seine Aufmerksamkeit auf etwas hinter ihnen gerichtet hatte – um genau zu sein auf ein Loch im Raumgefüge, das sich eben erst dort gebildet hatte. Gedanken blitzten durch Helrxy' Kopf. War Brutaka gekommen um sie zu retten? Wohin würde dieses Portal führen? Aber es gab keine Zeit für Antworten, nur für die Flucht. Nach Keetongus Handgelenk greifend, zog sie ihn zum Portal hin. Sie stiegen beide hinein ohne zu wissen, was mit ihnen geschehen würde.

Zur gleichen Zeit erschien eine Gestalt im Portal. Er trat hervor und betrat die Kammer. Wenn jemand anwesend gewesen wäre um es zu beobachten, hätte man die Gestalt als den verrückten Kriminellen Vezon identifizieren können, sein Gesicht hinter der Kanohi Olmak, der Maske der Dimensionstore verborgen. Und wenn jemand ihn aufmerksam beobachtet hätte, hätte man seine weit aufgerissenen Augen beim Anblick der meterhohen Wand aus aufgeladener Protodermis gesehen, die direkt auf ihn zusteuerte.

„Oh oh," war alles, was er sagte.




Turaga Vakama schritt bedächtig durch die Gänge des Kolosseums. Dies war seine Wirkungsstätte seit der Rückkehr nach Metru Nui gewesen. Nun war es auch seine Heimstätte, gemeinsam mit den übrigen Turaga. Vieles hatte sich in den vergangenen Tagen in der Stadt geändert – und nicht alles zum Gutem. Trotz der strengen Bewachung war es ihm möglich gewesen hier und dort Schnipsel an Information aufzuschnappen. Die Regeln des Krieges hatten sich offenbar gegen die Bruderschaft der Makuta gewandt. Viele Makuta-kontrollierte Inseln waren gefallen und gerüchteweise sogar Destral selbst. Es war scheinbar mehr als man hoffen durfte – vielleicht würde der Große Geist endlich erweckt werden und seine Erzfeinde schon besiegt sehen.

Vakama verließ seine Kammer und strebte eine Wendeltreppe zu einer geheimen Kammer hinab. Hier wurden Waffen, Erinnerungen an die Toa Mangai und eine sehr wichtige Kanohi-Maske aufbewahrt. Obwohl er wusste, dass dies einer der sichersten Plätze der Stadt war, überprüfte er die Kammer jeden Tag. Wenn die Gegenstände in diesem Raum jemals in die falschen Hände fallen würden ... daran wollte Vakama lieber nicht denken.

Er war die Stufen zur Hälfte hinuntergegangen als er den Krach hörte. Vakama rannte die Treppe hinab und erspähte ein halbes Dutzend schwer bewaffnete Ta-Matoraner wie Blätter im Wind zerstreut liegen. Die Tür zur Kammer war wie aus Altersschwäche verrottet und durch sie hindurch trat ein Wesen, von welchem Vakama gehofft hatte, es nie wieder sehen zu müssen. Vor etwas mehr als 1000 Jahren als Vakama selbst noch ein Toa gewesen war, hatte er ein Wesen namens Voporak bekämpft. Durch ein Kraftfeld umgeben, was alles was es berührte rapide altern ließ, schien Voporak unmöglich zu besiegen und es brauchte schon einen Makuta um die Sache zu beenden. Voporak arbeitete für die Dunklen Jäger und suche eine Sache in Metru Nui: die eine Sache, die er nun in seinen Klauen hielt, die Kanohi-Maske der Zeit.

Vakama erstarrte. Er wollte angreifen, seine gefallenen Freunde rächen, aber er wusste dass keine seiner Attacken diese Kreaturen würden stoppen können. Voporak wusste das aus. Er sah Vakama mit einem Ausdruck der Verachtung an. Dann zuckte er mit den Schultern, wandte sich vom Turaga ab und ging fort. Vakama folgte ihm. Ein paar Minuten später sah er Voporak durch ein Loch in der Seitenwand des Kolloseums schreiten. Ein vierarmiger Krieger, der eine doppelschneidige Axt bei sich trug grölte bei diesem Anblick und stürzte los. Voporak streckte seinen Arm aus und griff nach dem Angreifer. Innerhalb von Sekunden alterte der Krieger um zehntausende Jahre bevor er schließlich zusammenbrach. Voporak fuhr fort und Vakama wusste, dass es nichts gab, worauf er hoffen könnte ihn zu stoppen.




Kalmah, umflankt von Mantax und Ehlek, schritt träge durch die Hauptfabriken von Xia. Er wollte gar nicht hier sein. Es wäre viel zufriedenstellender gewesen seine neue Flotte gegen die Bruderschaft der Makuta zu steuern, aber Pridak hatte ihn kontaktiert und ihm versichert, dass ihr alter Traum vom Sturz des Großen Geistes schon bald wahr werden könnte.

Vor ihm saß auf einem selbstgezimmerten Thron der Schattige, Anführer der Dunklen Jäger. Er beäugte die drei Barraki kaltherzig. Auf den Sparren über ihm kauernd war der dunkle Jäger Finsternis, der den Beschatteten beobachtete, aber nicht aus Gründen des Schutzes. Nein, Finsternis wartete auf ein Zeichen von Schwäche des Anführers, um ihn umzubringen und seinen Platz einzunehmen.

„Beschatteter, wir bringen dir Grüße von Pridak," sagte Kalmah, „und gratulieren dir zur Eroberung dieser Insel."

Der Schattige nickt nur und ließ seinen Blick nie von Kalmahs niederträchtigem Gesicht abschweifen.

„Es ist Pridaks fester Glaube, dass die Barraki und die Dunklen Jäger von einer Allianz profitieren könnten," fuhr Kalmah fort. „Nachdem dieses Chaos vorbei ist, wird jemand die Scherben dieses Universums wieder aufsammeln müssen. Wir sehen hier eine große Gelegenheit."

„Und was bringst du zum Verhandeln mit, außer deinem furchteinflößende Ruf?" sagte der Schattige höhnisch.

Kalmah lächelte nur. „Informationen. Wir wissen, dass Makuta Teridax den Großen geist niedergestreckt hat und wir wissen auch wie. Wir wissen auch, dass ein Prototyp-Virus um dies zu erreichen auf dieser Insel versteckt gehalten wurde, und wir glauben, dass du ihn besitzt."

„Ich?" fragte der Schattige. „Ich bin nur der einfache Verwalter von Xia, nicht mehr als ein Diener des Volkes. Mehr nicht."

Kalmah lachte. „Du lügst, du verräterischer Sack voll Unheils-Vipern Atem. Aber du bist auch sehr sorgfältig. Oh ja, wir haben alles von dir und deine Organisation seit unserer Entlassung erfahren. Wenn dieser Virus auf Xia ist, dann hast du ihn."

Der Gesichtsausdruck des Schattigen verfinsterte sich. Ein niederes Wesen wäre bei diesem Anblick erzittert. Die Barraki aber waren keine niederen Wesen.

„Und was, wenn ich ihn habe?"

„Du weißt wo er ist, wir wissen wie man ihn benutzt. Wenn das mal kein Handel ist."

Der Schattige grübelte. Er könnte diese drei genauso umbringen wie Alt, aber wenn sie tatsächlich etwas über die Ampullen wussten, die er gefunden hatte, was gegen den Großen geist verwendet werden könnte, nun, das war ein Wissen, was es wert war erlangt zu werden. Er könnte sie schließlich später immer noch umbringen.

„Unter einer Bedingung," sagte er. „Pridak und ich werden uns auf neutralem Boden, dem Reich von Karzahni, treffen. Wenn ich mit dem zufrieden bin, was er anzubieten hat, dann werden die Barraki und die Dunklen Jäger vielleicht Seite an Seite in eine neue Ära schreiten."

Kapitel 9

Die Mahri brauchten eine lange Zeit bis sie es von Artidax zurück nach Metru Nui geschafft hatten. Jallers erster Gedanke bei seiner Ankunft war, dass es viel zu lange gedauert hatte. Metru Nui stand unter Beschuss. Nun, zuerst dachte er, es sei Metru Nui; die Stadt war von hohen Mauern mit Waffen bestückt umzäunt, Waffen, die Feuer und Rauch auf die Angreifer schleuderten. Auf den Mauern waren Krieger aller erdenklichen Rassen postiert, aber keine, die Jaller kannte. Doch, warte. Bei genauem Hinsehen erkannte er, dass der Berserker dort, der drei Angreifer auf einmal niederstreckte Hewkii war.

„Was geschieht hier?“ fragte Nuparu. „Sie so aus, als wären wir mitten in einen richtigen Krieg geplatzt.“

„Er tobte schon eine ganze Weile, „ sagte Hahli. „Aber jetzt ist er nach Hause vorgedrungen.“

Es war ein erschreckend beeindruckender Anblick. Schiffe unter der Flagge der Bruderschaft der Makuta hatten die Inselstadt umringt, fliegende Rahkshi griffen aus jeder Himmelsrichtung an und feuerten Kugeln purer Energie aus ihren Stäben, während andere die Mauern erklommen. An einer Stelle war ein Stück der Wallmauer schon eingebrochen und Krieger kämpften in dieser Lücke um die Angreifer draußen zu halten.

„Sie brechen durch!“ schrie Nuparu.

„Los,“ sagte Jaller. „Wir stehen oder fallen gemeinsam mit unserer Stadt.“

Die drei Toa stürmten von außen in die Lücke hinein und benutzen Feuer, Wasser und Erde um sich durch die Rahkshi-Reihen zu kämpfen. Sie schafften es hinter die Wallmauern der Stadt. Hinter den Reihend er Agenten des Ordens von Mata Nui erspähten sie einen Turaga, der eine Barrikade erklommen hatte.

Jaller stürmte auf Vakama zu. „Turaga, was ist hier geschehen? Wie hat diese Schlacht begonnen?“

„Dafür können wir dem Orden danken,“ antwortete Vakama. „Jetzt ist es unser Problem wie wir sie beenden bevor die ganze Stadt zerstört wird.“

„Die Maske der Zeit,“ sagte Hahli. „Könnte nicht einer von uns sie irgendwie benutzen um, sagen wir, die Rahkshi abzubremsen?“

„Ich wünschte, das könntet ihr,“ sagte Vakama. „aber die Maske ist verloren. Gestohlen von einem Dunklen Jäger. Er hat auch für das Loch in der Wallmauer verantwortlich, durch das ihr gekommen seid.“

Jaller sah sich um. In seinen Tagen als Kommandant der Ta-Koro Wache hatte er das ein oder andere über Kriegsstrategien gelernt. Ein kurzer Blick genügte, um ihm zu sagen, dass der Orden auf fatale Weise die Durchschlagskraft der Makuta-Truppen unterschätzt hatte. An drei oder vier Stellen hatten die Rahkshi-Truppen schon die Mauern erklommen und in einem südlichen Sektor sogar die Stadt erreicht. Noch als er sich umsah, fielen die Verteidiger eines Mauerstücks und die Angreifer begannen in die Stadt hineinzuströmen.

„Wir brauchen einen Überraschungsvorteil,“ sagte Jaller, „etwas, was die Rahkshi nicht vorausahnen können.“

„Mehr Toa sind auf dem Weg hierher, aber sie werden es nicht rechtzeitig schaffen, „ sagte Vakama. „Aber es befindet sich schon ein Toa hier, der uns sehr wohl helfen könnte. Hört gut zu ...“


Es war Hahli, die den fraglichen Toa als erste fand: Einen Toa des Schalls namens Krakua. Als er Vakamas Plan gehört hatte sah er sie zuerst an, als ob der Turaga seinen Verstand verloren hätte.

„Lass mich mal zusammenfassen,“ sagte er ,während er Schallattacken auf Rahkshi schleuderte. „Vakama will, dass ich mich durch verschiedenste Frequenzen durcharbeite, bis ich die gefunden habe, die etwas, was Bohrok genannt wird, erweckt?“

„Ja,“ sagte Hahli. „Wir wissen, naja vermuten, dass das Signal, was sie erweckt, Schall ist. Aber wir wissen nicht genau was es ist, oder wie man es auslöst. Wenn wir die Bohrok unter Metru Nui erwecken könnten und wenn die Rahkshi sich ihnen in den Weg stellen würden, nun, es könnte uns etwas Zeit erkaufen, um etwas anderes durchzuführen, was wir planen.“

„Ok, ich werd's versuchen,“ sagte Krakua. „Aber ich verspreche nichts.“

Hahli verließ ihn. Ihr nächster Schritt war es, ihre Elementarkraft zu benutzen, um den Ozean in Unruhe zu versetzen, in der Hoffnung Makuta-Schiffe kentern zu lassen. Aber bevor sie damit beginnen konnte, änderte sich plötzlich alles um sie herum. Die Sterne hoch oben blitzten auf, die Brise wärmte sich auf, die Erde erschütterte in seinem sanften Beben. Sie wusste zwar nicht wie, aber sie war sich sicher: der Große Geist war erweckt worden.

Hinter den Stadtmauern, brauste ein Sturm auf, der die Makutaflotte wie Spielzeugschiffe umher wirbelte. Aber auch dies half nichts, die Rahkshi von ihrem Vorhaben abzulenken. Sie hatten die Wallmauern an vier Stellen durchbrochen und wüteten in Ta-Metru. Es schien, als könnte sie nichts und niemand aufhalten. Jedenfalls nicht, bis der Boden vor ihnen aufbrach und eine Horde Bohrok auftauchte. Es war keine große Armee, nur diejenigen die in den Archiven und dem kleinen Nest unterhalb ruhten, aber es reichte aus. Die Rahkshi griffen sofort an und die Bohrok antworteten dementsprechend. Die beiden Parteien waren mit Kämpfen eingenommen und während sie kämpften erledigten die Agenten des Ordens Rahkshi wie es ihnen gefiel. Der Sieg lag mal für die einen, mal für die anderen nahe, aber die Rahkshi bemerkten nie, dass alles, was die Bohrok von ihnen wollten, war, dass die ungehindert passieren konnten um auf die Insel Mata Nui zu kommen. Wären die Rahkshi nur aus ihrem Weg gewichen, wäre der Kampf sofort vorbei gewesen.

Die Stadt erschauderte unter einer Serie von Explosionen. Ein Ordensagent auf einem Stützturm schrie. „Flugobjekte! Sie halten auf uns zu!“ Hahli sah auf und erblickte drei unglaublich schnelle Flieger, die über die Stadt hinweg schossen, eine Kehrtwende hinlegten und dorthin zurückflogen, wo die Schiffe ankerten. Einer verlangsamte sich und Hahli erkannte Pohatu auf dem Pilotensitz. Die Toa Nuva waren zurückgekehrt.

Pohatu lenkte sein Gefährt aufs offene Meer hinaus, um die Schiffe abzufertigen. Währenddessen gingen Lewa und Kopaka in einen Sturzflug über und schleuderten Lichtsalven auf die Rahkshi. Dieser Anblick schien den Verteidigern der Stadt neues Leben einzuhauchen, woraufhin sie die Angreifer durch die Lücken in den Wallmauern zurückdrängten. Angeführt von Jaller und Hewkii verbannten sie die Rahkshi aus der Stadt.

Endlich war der Sturm vorbei. Die Schiffe der Bruderschaft waren auf den Grund des Silbermeers gesunken. Die Mauern um die Stadt herum waren stark beschädigt, aber die Trümmerstücke waren mit toten Kraata und zersplitterten Rahkshi-Rüstungen übersät. Die Angreifer, die das überstanden hatten, flüchteten, vorausgesetzt sie waren den Kanonen des Jetrax, Rockoh und Axalara entkommen. Metru Nui war gerettet und wie die Toa Nuva bestätigten, war der Große Geist in der Tat erwacht. Die Macht der Bruderschaft der Makuta war für alle Zeiten besiegt. Turaga Dume und Turaga Vakama erschienen Seite an Seite, um zu verkünden, dass am nächsten Tag ein stadtweiter Festtag im Kolloseum stattfinden würde.

Aber selbst jetzt war es Hahli nicht zum Feiern zumute. Sie konnte nicht anders, als an Matoro zu denken, der sein Leben für das des Großen Geistes hergegeben hatte. Und trotz der vielen Verwundeten und Sterbenden unter den Verteidigern schien es ihr alles ein wenig ... zu einfach ... gewesen zu sein. Sicher, es gab unerwartete Hilfe: Die Fluggeräte, die Bohrok, der Sturm. Aber sie hatten sich immerhin einer ganzen Armee Rahkshi gestellt. Irgendetwas sagte ihr, dass sie nicht hätten gewinnen dürfen, jedenfalls nicht mit einem Großteil der Stadt, der völlig intakt geblieben ist. Sie lächelte. Turaga Nokama hätte sie für so viel Grübeln getadelt. Ganz gleich wie die Dinge auch schienen, der Große Geist war endlich nach mehr als eintausend Jahren erweckt worden. Licht hatte über den Schatten triumphiert, nicht wahr? Die Toa haben ihre Bestimmung erfüllt und das Universum gerettet, oder nicht? Und das hieß, dass alles wieder gut war; nicht wirklich Schlimmes könnte jetzt noch kommen; oder doch?

Hahli wandte ihren Blick gen Ga-Metru und summte ein Lied, welches ihr Nokama einst beigebracht hatte. Eines, welches vor Urzeiten geschrieben wurde und von der Hoffnung auf Morgen handelte. Vielleicht hätte sie ohne dieses Lied ein eiskaltes Gelächter im Wind gehört.

Hinweis: Einige Handlungsstränge, die in Destiny War nicht zuende geführt wurden, wie z.b. das Abenteuer von Helryx und Keetongu, enden in Dwellers in Darkness, Brothers in Arms oder Reign of Shadows.

Charaktere

Story-Serials und Kurzgeschichten (v|e)

2007: In die Dunkelheit • Toa Nuva Blog • Träume der Zerstörung 

1/2008: Die Mutran-Chroniken • Bündnis der Angst • Der dunkle Spiegel 

2/2008: Bewohner der Finsternis • Waffenbrüder • Bestimmungskrieg • Takanuva's Blog 

2009: Herrschaft der Schatten • Imperium der Skrall • Das Rätsel um die Großen Wesen

2010: Mata Nui Saga • Sahmads Geschichte


Kurzgeschichten: Die Geburt eines Dunklen Jägers • Die Geburt der Rahaga • Die vielen Tode von Toa Tuyet • Das Königreich 

Offizielle Fan-Geschichten: Verweilers Bericht • Tentakel • Hoffnung • Schutz

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